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SCHLESWIG-HOLSTEINISCHES FREILICHTMUSEUM e. V.

   

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Exkursionen

Jann Uwe Petersen
Jann Uwe Petersen

 

KZ-Gedenkstätte Neuengamme
„Der Wahrheit ins Auge schauen“

Mitgliederexkursion am 5. November 2022
(Wiederholung nach Corona-Ausfall 2020)

„Schuld ist, wie Unschuld, nicht kollektiv, sondern
persönlich. Es ist allerdings eine schwere Erbschaft, die
unsere Vorfahren den nachkommenden Generationen
hinterlassen haben. Alle Deutschen müssen die
Vergangenheit annehmen“.
Dies ist die Kernaussage einer der berühmtesten Reden
unseres ehemaligen Bundespräsidenten Richard von
Weizsäcker, die er „Zum 40. Jahrestag der Beendigung
des Krieges in Europa und der nationalsozialistischen
Gewaltherrschaft“ am 8. Mai 1985 im Plenarsaal des
Deutschen Bundestages gehalten hat.

An dieses dunkle Kapitel deutscher Geschichte erinnert
die KZ-Gedenkstätte Neuengamme im Südosten von
Hamburg. Hier befand sich von 1938 bis 1945 das größte
Konzentrationslager Nordwestdeutschlands. Mehr als
100.000 Menschen aus ganz Europa waren im Hauptlager
und in zuletzt 87 Außenlagern (davon 11 in Schleswig-
Holstein) inhaftiert. An den mörderischen Arbeits- und
Lebensbedingungen einschließlich Lagerräumung bei
Kriegsende starben nachweisbar mindestens 42.900
Häftlinge.

Ursprünglich waren die Konzentrationslager zur
Inhaftierung politischer Regimegegner eingerichtet
worden. Später wurden zunehmend weitere
Verfolgtengruppen eingeliefert: jüdische Frauen
und Männer, Sinti und Roma, Homosexuelle, Zeugen
Jehovas, angebliche „Asoziale“ und „Kriminelle“. Im Laufe
des Krieges bildeten Gefangene aus den besetzten
Ostgebieten, vorwiegend aus Polen und der Sowjetunion,
die Mehrheit. Aber auch aus Belgien, Frankreich, den
Niederlanden und Dänemark wurden Tausende Menschen
hierher verschleppt.

Die Häftlinge hatten 10 bis 12 Stunden täglich
Schwerstarbeit zu verrichten, bei völlig unzureichenden
Lebens- und Arbeitsbedingungen. So wurden sie zunächst
mit dem Aufbau des Häftlingslagers, des SS-Lagers, eines
Klinkerwerkes und weiterer Produktionsstätten sowie,
unter besonders furchtbaren Arbeitsbedingungen, mit der
Schiffbarmachung der Dove Elbe und dem Anlegen eines
Stichkanals mit Hafenbecken beschäftigt. Dann kamen
die Einsätze in den Tongruben und in der Produktion von
Ziegeln sowie Betonfertigteilen für Luftschutzbauten
und Behelfswohnheime. In der zweiten Kriegshälfte
standen Rüstungsproduktionen im Vordergrund.
In den Außenlagern waren die Häftlinge neben der
Rüstungsproduktion in unterschiedlichen Bereichen
eingesetzt, z.B. Trümmerbeseitigung, Landwirtschaft,
Errichtung von Wehranlagen (z.B. „Friesenwall“ an der
Nordseeküste).

Das KZ Neuengamme war kein Vernichtungslager mit
fabrikmäßig organisierter Ermordung von Menschen in
Gaskammern wie z.B. Ausschwitz-Birkenau, Majdanek,
Treblinka, sämtlich außerhalb deutschen Territoriums,
sondern eines der vielen Verfolgungs- und Arbeitslager
mit gleichsam mörderischen Verhältnissen: „Vernichtung
durch Arbeit“ (Krankheit, Unterernährung etc.).

Die KZ-Gedenkstätte umfasst nahezu das gesamte
historische Lagergelände in einer Größe von 57 Hektar.
17 historische Gebäude sind erhalten, fünf Ausstellungen
vermitteln die Geschichte dieses Ortes. Das weitläufige
Gelände und die Ausstellungen sind zwar größtenteils
barrierefrei, jedoch mittels relativ weiter Fußwege (2-3 km)
zugänglich. Festes Schuhwerk und sicherheitshalber auch
Regenschutz werden empfohlen.

Unsere Exkursion soll gerne auch junge Menschen
ansprechen. Mit Richard von Weizsäckers Schlussworten
„Schauen [auch] wir, so gut wir es können, der Wahrheit
ins Auge“, auch ein Dreivierteljahrhundert nach dem
Geschehen.

Exkursionsflyer (PDF)

 

PROGRAMMABLAUF
Samstag, 5. November 2022

09.30 Busabfahrt in Molfsee (Museums-Parkplatz)
11.30 – 13.00 Mittagessen
im Restaurant „De Krauler Kroog“,
13.30 – 17.30 KZ-Gedenkstätte Neuengamme
3-stündige Führung in zwei Gruppen
1 Stunde individuelle Vertiefung
(Kaffeeautomat vorhanden)
17.30 - 19.00 Rückfahrt nach Molfsee


TEILNAHMEBEDINGUNGEN
Teilnehmerbeitrag:
Regulär: 50,00 € pro Person (Selbstfahrer: 40,00 €)
Reduziert*: 30,00 € pro Person (Selbstfahrer: 20,00 €)
* Schüler, Auszubildende, Studierende (mit Nachweis)


Anmeldungen bitte bis zum 28. August 2022.

Die Teilnehmerzahl ist auf 40 Personen begrenzt, Mindestteilnehmerzahl: 30 Personen. Der Bus wird vorrangig besetzt. Bei Überschreitung der Plätze entscheidet das Los.
Nur wer bis zum 31. August 2022 eine Zusage erhalten hat, überweist bitte den Teilnehmerbeitrag von 50,00 € (40,00 €)
pro Person binnen einer Woche unter dem Stichwort „Exkursion 05.11.2022“ auf unser Konto der Kieler Volksbank,
IBAN DE48 2109 0007 0072 3680 04.
Falls Sie die Teilnahme sehr kurzfristig absagen müssen, tragen Sie eine anteilige Kostenpauschale von 25,00 € (20,00 €), sofern kein Nachrücker gefunden werden kann.
Wenn wir uns nicht bei Ihnen gemeldet haben, sind Sie leider bei dieser Exkursion nicht dabei.

Corona-Hinweis: Es gilt die aktuelle Landesverordnung.

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Kontakt
Schleswig-Holsteinisches Freilichtmuseum e.V.
Hamburger Landstraße 101, 24113 Molfsee
Telefon: 0431 – 659 4455 6 (auch am Exkursionstag)
Fax: 0431 – 659 4455 7
E-Mail: post@freilichtmuseum-ev.de

 

Bisherige Ziele:

 

„Lübeck - Deine Nobelpreisträger“
Thomas Mann, Willy Brandt, Günter Grass
(Einladung PDF)

Toleranz-Stadt Rendsburg
Jüdisches Museum / Elektromuseum / Stadtführung (Einladung PDF)

Hamburger Raum
Museumsdorf Volksdorf, Freilichtmuseum am Kiekeberg (Rosengarten-Ehestorf), Plaza der Elbphilharmonie

Langeneß
Halligleben - Das Haus von Langeness (Einladung PDF)

Heide, Wesselburen und Husum
"Dichter, Künstler, Kluge Köpfe"

Haithabu und Danewerk
"Auf den Spuren der Wikinger"

Lübeck
"Auf den Spuren der Hanse"

Dithmarschen und Meldorf
"Volkskunde an der Westküste" - Ekursion in die "Bauernrepublik" Dithmarschen

Schleswig
Schloss Gottorf und Hesterberg

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